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    Zahnfleischentzündung

    Eine Zahnfleischentzündung ist eine Reizung oder Infektion des Zahnfleischgewebes, ausgelöst durch Bakterien im Zahnbelag – sie ist die häufigste Munderkrankung überhaupt und der Startpunkt für schwerwiegendere Erkrankungen wie Parodontitis.

    Der medizinische Fachbegriff lautet Gingivitis – von lateinisch gingiva (Zahnfleisch) und griechisch -itis (Entzündung). Im Gegensatz zur Parodontitis, die den Knochen angreift, bleibt die Zahnfleischentzündung auf das Weichgewebe beschränkt. Das ist gleichzeitig die gute Nachricht: Wird sie früh erkannt und behandelt, heilt sie vollständig aus, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Zahnfleischentzündungen betreffen Menschen jeden Alters. Schätzungen zufolge leidet zu einem bestimmten Zeitpunkt die Mehrheit der Erwachsenen an einer milden Form – viele davon, ohne es zu wissen, denn die Entzündung verläuft oft ohne Schmerzen.

    Die häufigste Ursache ist Plaque – ein weicher, bakterienhaltiger Zahnbelag, der sich ständig auf den Zähnen bildet. Wird er nicht täglich durch Zähneputzen und Zahnseide entfernt, produzieren die Bakterien Giftstoffe (Toxine), die das Zahnfleisch reizen und entzünden. Weitere Faktoren, die eine Zahnfleischentzündung begünstigen oder verschlimmern: Rauchen schränkt die Durchblutung des Zahnfleischs ein und verdeckt oft Blutungssymptome. Hormonelle Veränderungen in Schwangerschaft, Pubertät und Wechseljahren erhöhen die Empfindlichkeit des Zahnfleischs. Bestimmte Medikamente wie Blutdruckmittel, Epilepsiemittel und Immunsuppressiva fördern Zahnfleischwucherungen. Diabetes begünstigt Infektionen und verlangsamt die Wundheilung. Stress schwächt das Immunsystem und damit die natürliche Abwehr gegen Bakterien. Schlecht sitzender Zahnersatz kann Plaque schwer entfernbar machen.

    Eine Zahnfleischentzündung macht sich durch charakteristische Zeichen bemerkbar – auch wenn sie in leichten Fällen oft unbemerkt bleibt. Das typischste Symptom ist Zahnfleischbluten, besonders beim Zähneputzen oder Benutzen von Zahnseide. Gesundes Zahnfleisch blutet nicht. Blut am Waschbecken ist ein klares Warnsignal, das ernst genommen werden sollte. Entzündetes Zahnfleisch ist außerdem gerötet und geschwollen. Normalerweise ist das Zahnfleisch blassrosa und liegt fest an den Zähnen an. Bei einer Entzündung wirkt es aufgequollen und dunkelrot, die Textur wird weicher. Viele Betroffene bemerken zusätzlich Mundgeruch, der durch die Bakterienaktivität entsteht. Im Gegensatz zu Parodontitis geht eine reine Gingivitis meist ohne Schmerzen einher – was das frühzeitige Erkennen erschwert.

    Die gute Nachricht: Eine Zahnfleischentzündung ist gut behandelbar – und bei konsequenter Umsetzung vollständig heilbar. Schritt 1 – Professionelle Zahnreinigung (PZR): Der Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin entfernt professionell Zahnbelag und Zahnstein, auch an Stellen, die mit der Zahnbürste nicht erreichbar sind. Schritt 2 – Verbesserte Mundhygiene zu Hause: Zweimal täglich gründlich Zähneputzen (mindestens 2 Minuten), tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten und bei Bedarf eine antiseptische Mundspülung. Schritt 3 – Kontrolltermin: Nach 4–6 Wochen wird überprüft, ob die Entzündung abgeklungen ist. In der denta1 CLINIC Herne führen speziell ausgebildete Prophylaxe-Fachkräfte die professionelle Zahnreinigung durch und beraten dich individuell zu deiner Putztechnik und den richtigen Pflegemitteln.

    Die beste Behandlung ist die, die nie nötig wird. Regelmäßiges Zähneputzen – morgens und abends, für mindestens 2 Minuten, mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Elektrische Zahnbürsten erzielen in Studien meist bessere Reinigungsergebnisse als manuelle. Tägliche Zahnzwischenraumreinigung – Zahnseide, Interdentalbürsten oder Wasserflossen entfernen Belag aus Bereichen, die die Zahnbürste nicht erreicht. Professionelle Zahnreinigung 1–2× jährlich – auch bei guter Eigenversorgung sammelt sich an bestimmten Stellen Zahnstein an, der nur professionell entfernt werden kann. Regelmäßige Zahnarztbesuche – Kontrollen alle 6 Monate ermöglichen frühe Erkennung, bevor aus einer harmlosen Entzündung eine behandlungsbedürftige Parodontitis wird. Gesunde Lebensweise – ausgewogene Ernährung, wenig Zucker, kein Rauchen und Stressmanagement unterstützen die Zahnfleischgesundheit von innen.

    Häufige Fragen

    SH

    Fachlich geprüft von Dr. Stefan Helka

    Zahnarzt & Implantologe · denta1 CLINIC Herne · Aktualisiert am 17. Juli 2025

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